Blut, überall Blut!!!

Blut, überall Blut!!!

Der späte Frühling oder der frühe Sommer – Meteorologen und und Astronomen sollten sich da wirklich mal einigen, diese Uneinigkeit in der Zeit zwischen 1. und 21. Juni hängt wie eine Gewitterwolke, die nicht regnen kann, über diesen drei Wochen – ist eine wunderbare Jahreszeit. Ich gebe zu, diese Aussage ist nicht sonderlich kreativ und neuartig, da gibt es schon Schubertsche Lieder und noch wildere Kunstwerke zu diesem Thema. Doch der erste Eindruck täuscht. Auch an anderer Stelle in diesem Blog habe ich am oberflächlich idyllischen Eindruck gekratzt. Heute nehmen wir uns Erdbeeren vor.

Im Supermarkt gibt es die roten Dinger ja praktisch das ganze Jahr. Das ist aber nicht das gleiche wie auf einem Erdbeerfeld zu stehen, den heißen Sommerwind im Gesicht und Erdbeerbüsche so weit das Auge reicht um sich. Das jähe Erkennen, dass hier und heute wirklich tausende Kilo Erdbeeren heranreifen erzeugt ein Kribbeln im Nacken und führt einem wieder einmal vor Augen, wie klein der einzelne Mensch ist. Das ist zwar nicht so imposant wie Galaxien im Weltraum, dafür aber viel direkter zu erfassen: Selbst wenn ich mich knapp an die Erbrechensgrenze vollstopfe und im Holzspantragerl raus schleppe, was geht – es fällt auf diesem Feld nicht mal auf. (Das heißt nicht, dass es dem Bauern egal ist – eine andere Geschichte, hat was mit Demokratie und kollektiven Systemen zu tun.)

Also selbst gejagte Erdbeeren müssen es sein. Wenn der Bauch schon vollgestopft ist, die Pflückgier einen aber weiter treibt, stellt sich irgendwann die Frage nach der Weiterverarbeitung. Ein Klassiker ist natürlich Erdbeermarmelade.

Im Entstehungprozess, kurz bevor der Zucker dazu kommt.

Damit der Blog das Attribut “Rezept” verdient, braucht es jedoch mehr als Marmelade (2 Teile Erdbeeren, 1 Teil Zucker, Pektin-basierte Gelierhilfe, L-(+)-Ascorbinsäure [nein, keine böse Chemie, nur Vitamin C], Zitronensäure) oder Blechkuchen mit Erdbeeren statt Rhabarber oben drauf. Es soll ein Pudding werden. Nicht das gelbliche Pulver aus dem Packerl, das erst auf wundersame Weise rosa wird, wenn man die Milch dazu schüttet. Auch Pudding kann man aus “Basiszutaten” selbst brauen.

Zutaten-Check Milch – Zucker – Maisstärke – Erdbeeren – Holundersirup (optional) – Filetsteak (Scherz)

Ausrüstung Mixer, Rührbesen, Topf (no na ned…)

Schwierigkeit naja, geht so – ja nicht wegschauen, dann funktioniert es

How To

  • 76g Maisstärke – ganz genau 🙂
  • 50-100ml Milch – nicht ganz genau
  • Holundersirup nach Geschmack, 0-60ml

Mit dem Besen rühren während man die Milch in die Stärke gießt. Nur so viel Mich verwenden, dass es cremig-flüssig wird. Klumpen oder gipsartige Konsistenz deuten auf zu lahmes Rühren hin. Sobald die Suspension fertig ist, kann man den Holundersirup dazu geben und durchmischen.

Holundersirup (natürlich selbst gemacht, links) und Maisstärke (rechts)
  • Milch – den Rest auf 1l (haha, hätte ich schon weiter oben verraten können)
  • 30-80g Kristallzucker – je nachdem, wie süß man es will, ob schon Holundersirup drinnen ist und wie süß die Erdbeeren sind
  • ca. 250g Erdbeeren

Milch und Zucker im großen Topf heizen. Immer wieder mal umrühren und nicht darauf vergessen, dass Milch super gut schäumen und überlaufen kann.

Die Erdbeeren müssen wir klein kriegen, sonst wird es weißer Pudding mit Erdbeerstückchen. Jetzt wird es langsam gefährlich…

Kaum dreht man sich um, geschieht das Verbrechen. Ein verdächtiges Geräusch, ein lautes Brummen, feuchtes, saftiges Schmatzen.

Was soll das Messer da???

Imposter!!!

(c) XLK

Die Stärke-Suspension in die kochende Milch einrühren und sobald die Mischung anzieht das Erdbeerpüree dazu. Je saurer die Erdbeeren, desto fester muss die Stärke anziehen, bevor die Früchte dazu kommen – damit die Milch nicht gerinnt und alles eher wie Topfen aussieht. Kurz durchmischen, nicht mehr weiter kochen, sofort in Schalen abfüllen.

Aber das ist nicht alles. Eine kleine Gruppe Unerschrockener ist unterwegs ins Unbekannte.

“Wo willst du hin?”
“Ist doch egal – nichts wie wie weg hier!”
“Ist – aber – voll – mühsam. Warum über eine Tastatur? Können wir nicht auf der Arbeitsplatte rollen?”
“Darauf warten sie doch nur. Halt die Klappe und komm weiter.”
“Warum ist da Brennholz am Bildschirm zu sehen?”
“Ja, es gibt schon seltsame Dinge…”

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

code

Previous post Monalisaism